Deutsche Sprache und Literatur in Blumenau

 

Historische und kulturelle Hinweise über die deutsche Sprache und Literatur in Blumenau
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Blumenau besitzt einen ganz besonderen linguistischen Hintergrund. Bis 1939 war es das größte Zentrum Lateinamerikas für kultureller, wissenschaftlicher Produktion und Meinungsbildung der deutschen Einwanderer. Die deutsche Presse und die Gemeindeschulen traten  in der Aufbewahrung der Sprache in der Öffentlichkeit und zu Hause hervor. Laut IBGE, sprachen in dieser Zeit ca. 97% der Bevölkerung zu Hause deutsch.

 

Seit der Gründung bis 1930 wurden von den Einwanderern und ihren Nachkommen.

 

Kunstwerke und Büchersammlungen mitgebracht. Aus Liebe zur Literatur und zur Erhaltung der Sprache veranstalteten sie oft ein literarisches Treffen.

 

Durch die Nationalisierungspolitik des Regimes Vargas  (1937 bis 1945) wurde die Sprache verboten und als Fall der nationalen Sicherheit behandelt.

 

Die Deutschsprechenden Bürger wurden verfolgt, deutsche Schulen geschlossen, die Deutschbücher (Belletristik, portugiesische Grammatik , Übersetzungen), und viel gedrucktes Material wurden zerstört.

Die älteren Leute können davon viele Geschichten erzählen. Zum Beispiel, dass das Lesen von deutschen Büchern versteckt geschehen musste.

 

Aus der Stadt vertrieben, aber teilweise noch gesprochen, hat sich die deutsche Sprache auf dem Land als Muttersprache weiter gehalten. Die Unterdrückung rief, aber,  Vorurteile gegen die Sprechenden hervor.

Auch 69 Jahre danach, sind die linguistischen Praktika noch in Straßennamen, Schulen, Geschäftshäusern, im Erziehungswesen als Fremdsprache in einigen städtischen und Landesschulen, sowie in einigen Stadtteilen und umliegenden Orten immer noch vorhanden.

 

Mit dem Aufbau des Deutschliteraturzentrums in der Bibliothek Dr. Fritz Müller steigen die Möglichkeiten der Aufbewahrung, Auswertung und Wiederherstellung der deutschen Sprache in unserer Stadt. Damit sollen die Bürger über die Sprache und ihren Status in der Gemeinde auch in der Zukunft nachdenken. Aus diesem Grund füllen die Bücher die staubigen Regale der Geschichte um die Sprache wieder lebendig werden zu lassen. Nach der Entnahme der linguistischen Rechte durch den brasilianischen Staat in der Diktatur Vargas, wird die Sprache in ihrer schriftlichen Form den älteren und jüngeren Bürgern wieder zugänglich gemacht.